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Ahriman

Aus AnthroWiki
Der Kopf Ahrimans nach einer von Rudolf Steiner geschaffenen Skulptur.

Ahriman (mittelpersisch „arger Geist“), auch Angra Manyu (bzw. Angra Mainyu) (avestisch) oder Mephistopheles (von hebr. מֵפִיץ mephiz „der Verderber“ und ט֫פֶל tophel „der Lügner“) genannt und in der Bibel als Satan bezeichnet, ist nach der urpersischen Überlieferung die Macht der Finsternis, der Geist der Finsternis[1], der sich als Widersacher dem lichten Gott Ormuzd (Ahura Mazdao) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen Peetiare („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird[2]. Nach Rudolf Steiner ist noch in der gegenwärtigen Kulturepoche eine irdische Inkarnation Ahrimans „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der Verstandesseele festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des Ätherleibs entstanden ist.

„In diesem zweiten Glied der menschlichen Seele, der Verstandesseele, also in dem umgearbeiteten Stück des Ätherleibes, da hat sich festgesetzt Ahriman. Da ist er drinnen und führt den Menschen zu falschen Urteilen über das Materielle, führt ihn zu Irrtum und Sünde und Lüge, zu allem, was eben aus der Verstandes- oder Gemütsseele kommt. In alledem zum Beispiel, daß der Mensch sich der Illusion hingibt, mit der Materie sei das Richtige gegeben, haben wir Einflüsterungen des Ahriman, des Mephistopheles zu sehen.“ (Lit.: GA 107, S. 247)

Wesensmerkmale

Die drei bisherigen bösen Prinzipien

Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles Bösen und Erreger der 9999 Krankheiten. Sein Wohnort ist die Unterwelt, aus der er Finsternis, Tod und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem Menschen der Einblick in die geistige Welt, so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die Materie ist das Reich Ahrimans. Er bringt die Todeskräfte in die Welt. Ahriman verführt den Menschen zu Irrtum und Lüge, die zum Keim für Krankheitsursachen in späteren Inkarnationen werden - und er ist der Herr des Intellekts.

„Er ist ein Wissender, ein Weiser des Todes. Er ist daher auch der Herr des Intellektes.“ (Lit.: GA 211, S. 111)

Ahriman in der mythologischen Überlieferung

Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im Zurvanismus überliefert wurde, sind Ahura Mazdao und Ahriman Zwillinge und Kinder Zurvans, der unerschaffenen Zeit, auch Zaruana Akarana genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. Kain und Abel) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit Luzifer in die Unterwelt verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte diabolische und satanische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten (Off 20,1-3 LUT).

Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen Areimanios; in der Avesta kommt noch die vollere Namensform Anromainyus vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.

In den Gâthâs, dem ältesten Teil des Avesta, wird er nur einmal ausdrücklich genannt, doch ist schon in den Gâthâs die Rede von den „beiden Geistern“, die einander in Gedanken, Worten und Werken entgegengesetzt sind und die guten und bösen Wesenheiten geschaffen haben.

Nach dem 1. Kapitel des Vendidad hat Ahuramazda (Ormazd) der Reihe nach 16 Länder geschaffen, Ahriman aber jedesmal in dieselben den Keim des Unglücks und Verderbens gelegt.

Nach dem 19. Kapitel des Vendidad hat Ahriman einen vergeblichen Versuch gemacht, den Zoroaster (Zarathustra) zum Abfall von Ormazd zu verleiten, und Zoroaster seinerseits geht ihm und seiner bösen Schöpfung mit Opfer und Gebet zu Leibe.

Dem Gebot des Ahriman sind nach der Avesta alle anderen bösen Geister, deren verschiedene Arten unterschieden werden, untertan, und die „schlechten Geschöpfe“ – Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer – wurden von ihm geschaffen.

Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.

In der Mithrareligion und im Zervanismus wird Ahriman als Gott verehrt. Ihm werden Tiere geopfert, die der bösen Macht angehören. Auf Reliefs der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.

Die Anthroposophie sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen Luzifer bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.

Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken. (Lit.: Bühler, S. 137ff)

Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der alten Sonne, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem alten Mond werden sie dadurch zu Versuchern der Angeloi.

Ahriman ist aber nicht als böse im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als Opfertat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte Weltentwicklung leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die Freiheit erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger Liebe entgelten kann.

Luzifer und Ahriman

Luzifer in einer Inszenierung von Rudolf Steiners Mysteriendramen am Goetheanum in Dornach.

Durch die luziferische Verführung stieg der Mensch früher und tiefer als ursprünglich geplant in die sinnliche Welt herab. Dadurch kam er in den Herrschaftsbereich Ahrimans, der aus den Erdentiefen wirkt:

„Wären diese luziferischen Geister nicht gekommen, dann würde der Mensch nicht so früh in die irdische Sphäre hinuntergestiegen sein. Seine Leidenschaft, seine Begierde für die sinnliche Welt hat es auch gemacht, daß er früher seine Augen aufgeschlossen erhalten hat, daß er früher den ganzen Umkreis des sinnlichen Daseins hat sehen können. Der Mensch hätte, wenn es regelmäßig nach den fortschreitenden Geistern gegangen wäre, erst von der Mitte der atlantischen Zeit an die Umwelt gesehen. Aber er hätte sie dann geistig gesehen, nicht so wie heute, er hätte sie so gesehen, daß sie ihm überall der Ausdruck von geistigen Wesenheiten gewesen wäre. Dadurch, daß der Mensch verfrüht herunterversetzt worden ist in die irdische Sphäre, daß ihn seine irdischen Interessen und Begierden heruntergedrängt haben, dadurch kam es anders, wie es sonst gekommen wäre in der Mitte der atlantischen Zeit.

Dadurch haben sich hineingemischt in das, was der Mensch hat sehen und begreifen können, die ahrimanischen Geister, diejenigen Geister, die eben auch mit dem Namen mephistophelische Geister bezeichnet werden können. Dadurch verfiel der Mensch in Irrtum, verfiel in das, was man eigentlich erst die bewußte Sünde nennen könnte. Also von der Mitte der atlantischen Zeit an wirkt auf den Menschen die Schar der ahrimanischen Geister ein. Wozu hat nun diese Schar der ahrimanischen Geister sozusagen den Menschen verführt? Sie hat ihn dazu verführt, daß er das, was in seiner Umgebung ist, für stofflich, für materiell hält, daß er nicht durch dieses Stoffliche hindurchsieht auf die wahren Untergründe des Stofflichen, auf das Geistige. Würde der Mensch in jedem Stein, in jeder Pflanze und in jedem Tier das Geistige sehen, er würde niemals verfallen sein in Irrtum und damit in das Böse, sondern der Mensch würde, wenn nur die fortschreitenden Geister auf ihn gewirkt hätten, bewahrt geblieben sein vor jenen Illusionen, denen er immer verfallen muß, wenn er nur auf die Aussage der Sinneswelt baut.

Ahriman in einer Inszenierung von Rudolf Steiners Mysteriendrama "Die Pforte der Einweihung" am Goetheanum in Dornach.

Was haben nun dagegen diejenigen geistigen Wesenheiten, welche den Menschen in seinem Fortschreiten erhalten wollen, gegen diese Verführung, gegen Irrtum und Illusion aus dem Sinnlichen unternommen? Sie haben dagegen unternommen, daß der Mensch tatsächlich nunmehr erst mit Recht - natürlich ist das langsam und allmählich gekommen, aber hier liegen die Kräfte, warum das gekommen ist - sozusagen in die Lage versetzt wird, aus der sinnlichen Welt heraus wiederum die Möglichkeit zu gewinnen, über Irrtum und Sünde und das Böse hinwegzukommen, das heißt, sie haben dem Menschen die Möglichkeit gegeben, sein Karma zu tragen und auszuwirken. Haben also diejenigen Wesenheiten, welche die Verführung der luziferischen Wesenheiten gutzumachen hatten, Leiden und Schmerzen, ja auch das, was damit zusammenhängt, den Tod in die Welt gebracht, so haben diejenigen Wesenheiten, welche auszubessern hatten, was aus dem Irrtum über die sinnliche Welt fließt, dem Menschen die Möglichkeit gegeben, durch sein Karma allen Irrtum wieder zu beseitigen, alles Böse wiederum zu verwischen, das er in der Welt angerichtet hat. Denn was wäre geschehen, wenn der Mensch nur dem Bösen, dem Irrtum verfallen wäre ? Dann würde der Mensch nach und nach sozusagen eins geworden sein mit dem Irrtum, er würde unmöglich haben vorwärtsschreiten können; denn mit jedem Irrtum, mit jeder Lüge, mit jeder Illusion werfen wir uns ein Hindernis des Fort-schreitens in den Weg. Wir würden immer um so viel zurückkommen in unserem Fortschreiten, als wir uns Hindernisse in den Weg werfen durch Irrtum und Sünde, wenn wir nicht in der Lage wären, Irrtum und Sünde zu korrigieren, das heißt, wir könnten in Wahrheit das Menschenziel nicht erreichen. Es wäre unmöglich, das, was das Menschenziel ist, zu erreichen, wenn nicht die gegensätzlichen Kräfte, die Kräfte des Karma, wirken würden.

Denken Sie einmal, Sie begehen irgendein Unrecht in einem Leben. Dieses Unrecht, das Sie begangen haben, das bedeutet, wenn es so stehenbliebe in Ihrem Leben, nichts Geringeres, als daß Sie den Schritt, den Sie vorwärts gemacht hätten, wenn Sie das Unrecht nicht begangen hätten, verloren haben. Und mit jedem Unrecht würden Sie einen Schritt verlieren, und dafür wäre gesorgt, daß genügend viele Schritte zurück gemacht werden. Wenn die Möglichkeit nicht gegeben wäre, sich über den Irrtum zu erheben, so müßte der Mensch zuletzt in Irrtum versinken. So aber ist die Wohltat des Karma eingetreten. Was bedeutet diese Wohltat für den Menschen? Ist Karma irgend etwas, vor dem der Mensch sich fürchten soll, vor dem der Mensch schaudern soll ? Nein! Karma ist eine Macht, für die der Mensch eigentlich den Weltenplänen dankbar sein sollte. Denn Karma sagt uns: Hast du einen Irrtum begangen - Gott läßt seiner nicht spotten! Was du gesät hast, das mußt du auch ernten. Dieser Irrtum bewirkt, daß du ihn verbessern mußt; dann hast du ihn aus deinem Karma ausgetilgt und du kannst wieder ein Stück vorwärtsschreiten.

Ohne Karma wäre unser Fortschreiten in der menschlichen Laufbahn unmöglich. Karma erweist uns die Wohltat, daß wir jeden Irrtum wieder gutmachen müssen, daß wir alles, was wir rückwärts getan haben, wieder vernichten müssen. So trat als die Folge der Taten des Ahriman Karma auf.“ (Lit.: GA 107, S. 244ff)

Michael, Ahriman und der Intellekt

Raffael: Der Erzengel Michael (1518; Louvre)

Die Kosmische Intelligenz entsteht aus dem geordneten Zusammenspiel der geistigen Hierarchien, die unter der obersten Leitung der göttlichen Trinität stehen. Sie lässt sich daher ganz knapp so charakterisieren: „Intelligenz sind die gegenseitigen Verhaltensmaßregeln der höheren Hierarchien. Was die tun, wie sie sich zueinander verhalten, wie sie zueinander sind, das ist kosmische Intelligenz.“ (Lit.: GA 237, S. 168) Dieses Weltendenken, das laut Rudolf Steiner von dem Erzengel Michael verwaltet wird, ist auch die Ursprungsquelle unseres Denkens, unserer irdisch-menschlichen Intelligenz. Michael will, dass auch diese menschliche Intelligenz in stetem Zusammenhang mit den göttlich-geistigen Wesen bleibt. Doch dem stellt sich Ahriman mit seinen Scharen entgegen. Was sich als Intelligenz von den Hierarchien loslöst, will er aufsaugen und einseitig für seine Zwecke missbrauchen, um so auf Erden zum obersten Herrn des Intellekts zu werden und die Menschen mit seinem erkalteten seelenlosen, aber brillianten Denken inspirieren. So hofft er sie für ewig an sein materielles Reich zu binden.

„Es gibt zunächst eine älteste Zeit, in der man eigentlich nur von dem sprechen kann, was unter göttlich-geistigen Wesenheiten geschieht. Man hat es mit einem fortlaufenden Götterhandeln zu tun. Götter vollbringen, was ihnen die Impulse ihrer Wesenheiten eingeben ; sie sind entsprechend befriedigt in dieser Tätigkeit. Und was sie bei alledem erleben, kommt allein in Betracht. Nur in einer Ecke im Felde dieses Götterhandelns ist etwas wie die Menschheit bemerkbar. Sie ist ein Teil in dem Götterhandeln.

Die geistige Wesenheit aber, die von Anfang an ihren Blick auf die Menschheit gelenkt hat, ist Michael. Er gliedert gewissermaßen das Götterhandeln so, daß in einer kosmischen Ecke die Menschheit bestehen kann. Und die Art, wie er sich da betätigt, ist verwandt dem Tun, das später im Menschen als Intellekt zur Offenbarung kommt; nur ist sie als Kraft betätigt, die in Ideenordnung durch den Kosmos strömt, Wirklichkeit verursachend. In dieser Kraft wirkt Michael. Die kosmische Intellektualität zu verwalten, ist sein Amt. Er möchte den weiteren Fortschritt auf seinem Gebiete. Und der kann nur darin bestehen, daß, was als Intelligenz durch den ganzen Kosmos wirkt, später sich konzentriert in der menschlichen Individualität. Was dadurch zustande kommt, ist dieses: es tritt in der Weltentwickelung eine Zeit ein, in der der Kosmos nicht mehr von seiner gegenwärtigen, sondern von seiner vergangenen Intelligenz lebt. Und die gegenwärtige Intelligenz ist in der menschheitlichen Entwickelungsströmung.

Michael möchte, was sich da innerhalb der Menschheit als Intelligenz entwickelt, fortdauernd im Zusammenhänge mit den göttlich-geistigen Wesen erhalten.

Dem aber steht ein Widerstand entgegen. Was die Götter als Entwickelung durchmachen in der Linie von der Ablösung der Intellektualität von ihrem kosmischen Tun bis zur Eingliederung in die menschliche Natur hin, das steht offen als Tatsache in der Welt drinnen. Sind Wesen vorhanden, die ein Wahrnehmungsvermögen haben, durch das sie diese Tatsachen schauen können, so können sie sich diese zunutze machen. - Und solche Wesenheiten sind vorhanden. Es sind die ahrimanischen Wesen. Sie sind ganz dazu veranlagt, alles, was sich als Intelligenz von den Göttern loslöst, in sich aufzusaugen. Sie sind dazu veranlagt, die Summe aller Intellektualität mit ihrem eigenen Wesen zu vereinigen. Sie werden damit die größten, die umfassendsten und eindringlichsten Intelligenzen des Kosmos.

Michael sieht voraus, wie der Mensch, indem er immer mehr zum Eigengebrauch der Intelligenz vorrückt, sich mit den ahrimanischen Wesen begegnen muß und wie er dann ihnen verfallen kann, indem er eine Verbindung mit ihnen eingeht.- Deshalb bringt Michael die ahrimanischen Mächte unter seine Füße, er stößt sie fortwährend in ein tieferes Gebiet, als das ist, in dem der Mensch sich entfaltet. Michael, den Drachen zu seinen Füßen, ihn in den Abgrund stoßend : das ist das im Menschenbewußtsein lebende gewaltige Bild der hier geschilderten übersinnlichen Tatsachen.“ (Lit.: GA 26, S. 88f)

Ahriman als Geist der Schwere

Ahriman wirkt auch - wie manche Urengel - als Geist der Schwere und er hat Gewalt über den Tonäther und den Lebensäther. Durch seinen Einfluss wird der physische Leib des Menschen stärker ins Physische hineingetrieben und dadurch zur männlichen Gestalt geformt. Die weibliche Gestalt wird durch Luzifer gebildet, der auch Einfluss auf den Lichtäther und den Wärmeäther hat, die beide der Leichte verwandt sind.

„Über den Ton- und Lebensäther hat besonders Ahriman seine Gewalt. Ahriman ist zugleich der Geist der Schwere. Ahriman hat das Bestreben, Luzifer entgegenzuwirken. Dadurch wird in einer gewissen Weise wesentlich das Gleichgewicht bewirkt, daß von den weise wirkenden, fortschreitenden Göttern der luziferischen Gewalt, die den Menschen hinausheben will über das Irdische, entgegengestellt wird die ahrimanische Gewalt. Ahriman will nun den Menschen eigentlich herunterziehen ins Physische. Er will ihn mehr physisch machen, als er sonst würde als Mittelmensch. Dazu ist Ahriman dadurch vorbereitet, daß er besonders Gewalt hat über den Ton- und Lebensäther. Und in Ton- und Lebensäther wirkt er und webt er, der Ahriman. Und dadurch wird nun die menschliche physische Gestalt, indem sie aus dem Äther herausgeht ins Physische hinein, in einer andern Weise physisch, als sie geworden wäre durch die bloß fortschreitenden Götter, zur männlichen Gestalt. Die männliche Gestalt wäre ohne den Einfluß Ahrimans gar nicht denkbar, gar nicht möglich. So daß man sagen kann: Die weibliche Gestalt ist herausgewoben durch Luzifer aus dem Wärme- und Lichtäther, indem Luzifer dieser Gestalt ätherisch ein gewisses Streben nach oben einflößt. Die männliche Gestalt wird von Ahriman so geformt, daß ihr ein gewisses Streben zur Erde hin eingepflanzt wird.“ (Lit.: GA 272, S. 182f)

Ahriman und der Zufall

Bei Ereignissen, die uns als Zufall erscheinen, können wir durch ahrimanischen Einfluss am allerleichtesten getäuscht werden kann:

„Ahriman ist das Prinzip, das sich in unsere Wahrnehmungen mischt und von außen in uns hineinzieht. Nun wirkt Ahriman am allerstärksten in den Fällen, wo wir das Gefühl haben: Hier kommst du mit deinem Denken nicht mehr nach; da stehst du an einem kritischen Punkt mit deinem Denken, da fängt sich das Denken wie in einem Gedankenknäuel. - Da ergreift das ahrimanische Prinzip die Gelegenheit, um wie durch einen Spalt der Außenwelt in uns einzudringen. Wenn wir den Gang der Weltereignisse verfolgen und die mehr offenbaren Ereignisse ansehen, wenn wir zum Beispiel die heutige Physik zurückverfolgen bis zu dem Moment, wo Galilei vor der schwingenden Kirchenlampe im Dom zu Pisa saß, so können wir ein Gedankennetz über alle Ereignisse spinnen, das uns die Sache leicht erklärt; überall werden uns die Dinge erklärlich werden. Da aber, an der Stelle, wo wir zu der schwingenden Kirchenlampe kommen, da verwickeln sich unsere Gedanken. Da ist das Fenster, wo die ahrimanischen Kräfte am allerstärksten in uns eindringen, und da hört unser Denken auf, dasjenige aus den Erscheinungen zu begreifen, was Vernunft und Verständnis in die Sache hineinbringen kann. Da sitzt aber auch das, was man den Zufall nennt. Er sitzt da, wo uns Ahriman am allergefährlichsten wird. Diejenigen Erscheinungen nennt der Mensch zufällig, bei denen er durch den ahrimanischen Einfluß am allerleichtesten getäuscht werden kann.

So wird der Mensch verstehen lernen, daß es nicht in der Natur der Tatsachen liegt, wenn er irgendwo veranlaßt wird, von Zufall zu sprechen, sondern daß es an ihm, an seiner Entwickelung liegen wird. Und er wird sich nach und nach dazu erziehen müssen, Maja und Illusion zu durchdringen, das heißt, dort die Dinge zu durchdringen, wo Ahriman am stärksten wirkt.“ (Lit.: GA 120, S. 111f)

Die Angst als ahrimanisches Phänomen

„Die Furcht ist eine unmittelbare Folge des Irrtums. — Man sieht aber auch, wie mit dem luziferischen Einflusse der Mensch unabhängig wurde von bestimmten Kräften, denen er vorher willenlos hingegeben war. Er konnte nunmehr aus sich heraus Entschlüsse fassen. Die Freiheit ist das Ergebnis dieses Einflusses. Und die Furcht und ähnliche Gefühle sind nur Begleiterscheinungen der Entwickelung des Menschen zur Freiheit.

Geistig angesehen stellt sich das Auftreten der Furcht so, daß innerhalb der Erdenkräfte, unter deren Einfluß der Mensch durch die luziferischen Mächte gelangt war, andere Mächte wirksam waren, die viel früher im Entwickelungslaufe als die luziferischen Unregelmäßigkeit angenommen hatten. Mit den Erdenkräften nahm der Mensch die Einflüsse dieser Mächte in sein Wesen herein. Sie gaben Gefühlen, die ohne sie ganz anders gewirkt hätten, die Eigenschaft der Furcht. Man kann diese Wesenheiten die ahrimanischen nennen; sie sind dieselben, die — in Goethes Sinne — mephistophelisch genannt werden.“ (Lit.: GA 13, S. 256)

Ahrimanische Einflüsse auf das Leben des Menschen nach dem Tod

Ahriman, Abguss des von Rudolf Steiner entworfenen Modells für die große Holzstatue des Menschheitsrepräsentanten.

Die ahrimanischen Wesen kämpfen darum, den Menschen zu verhärten und sich ähnlich zu machen:

„Er würde dadurch im Materiellen unendlich klug werden; unendlich gescheit, unglaublich intelligent würde er werden. Diese Wesenheiten können das nicht direkt erreichen, sie möchten es indirekt erreichen. Deshalb ist es in der Tat ihren wirklich jahrtausendealten Anstrengungen im Erdenleben schon gelungen, ein ganzes Geschlecht solcher untermenschlicher Wesenheiten auszubilden. Sie machen das so, daß sie sich der Instinktnatur der Menschen bemächtigen, wenn diese Instinktnatur besonders wüst und stark ist; sie reißen gewissermaßen diese Instinktnatur an sich. Der Mensch ist dann während seines Lebens verfallen diesen ahrimanischen Mächten.

Wenn der Mensch während seines Lebens verfallen ist den ahrimanischen Mächten, so daß er seinen Leidenschaften, Instinkten, Trieben ganz hingegeben ist, daß er ein wüster Mensch ist, dann können sie das herausreißen nach dem Tode. Und auf diese Weise gibt es nämlich schon eine ganze Bevölkerung, eine untermenschliche Bevölkerung der Erde. Die ist wirklich vorhanden, die ist im Wasser und im Irdischen vorhanden.

Und wenn wir fragen, was die ahrimanischen Wesenheiten mit dieser untermenschlichen Bevölkerung vorhaben, so ist es das, daß sie denken: Jetzt werde ich aus einem Menschen herausziehen diese Instinktnatur; daraus mache ich ein irdisch-wässeriges Wesen. - Diese irdisch-wässerigen Wesen bevölkern tatsächlich die Schichte, die unmittelbar unter der Erdoberfläche liegt. Da sind sie drinnen. Diejenigen Menschen, die in Bergwerken schauen können, die kennen diese Wesenheiten sehr gut. Es sind Wesenheiten, die dadurch vorhanden sind, daß sie dem Menschen im Momente des Todes entrissen worden sind. Und da wartet Ahriman, da warten die ahrimanischen Mächte darauf, daß die Menschen einmal in einer solchen Inkarnation herunterkommen durch ein Karma, das durch die Instinkte, Triebe, Leidenschaften bewirkt wird, daß sie herunterkommen, daß ihnen nun ein solches Wesen besonders gut gefällt, daß Menschen in einem bestimmten Erdenleben sagen: Ich will nicht wieder zurück in die geistige Welt, ich will, nachdem ich meinen physischen Körper verlassen habe, aus dem man ja doch wiederum herausgeht zu einem übersinnlichen Leben, mich verkörpern in einem solchen untersinnlichen Wesen. Dafür bleibe ich dann mit der Erde vereint. Ich sterbe nicht mehr, ich bleibe mit der Erde vereint. Ich wähle, ein untersinnliches Wesen zu sein.

Und in der Tat, so paradox es klingt - man muß darüber erstaunt sein, weil ja die ahrimanischen Wesen eben außerordentlich klug sind -, aber sie sind immer der Meinung, das kann man ganz richtig konstatieren, daß sie imstande sein werden, so viel Menschen auf diese Weise hereinzulocken in ihr Geschlecht, daß die Erde sich einmal mit lauter solchen ahrimanischen untermenschlichen Wesen bevölkern werde. Und dadurch wollen sie die Erde selbst unsterblich machen, so daß sie nicht zerstäubt im Weltenraum.“ (Lit.: GA 218, S. 146f)

Nur durch den Christus der durch das Mysterium von Golgatha in das Totenreich herabstieg, konnte die völlige Verfinsterung des nachtodlichen Lebens, die bereits zur Zeitenwende drohte, verhindert werden.

„Dieser Ahriman wirkt durch die mannigfaltigsten Mittel und Wege auf den Menschen ein. Ich habe Sie darauf aufmerksam machen können, daß es ein großer Moment war für die Entwickelung der Welt, als das Ereignis von Golgatha eintrat. Da erschien der Christus in der Welt, die der Mensch nach dem Tode betritt. In dieser Welt war der Einfluß des Ahriman noch viel stärker, als er in der Welt war, die hier auf der Erde zwischen Geburt und Tod zu sehen ist. Gerade in der Welt zwischen dem Tode und der neuen Geburt wirkten mit einer furchtbaren Gewalt und Macht die Einflüsse des Ahriman auf den Menschen. Und wenn nichts anderes eingetreten wäre, so wäre der Mensch zwischen dem Tode und der neuen Geburt in dem Schattenreiche - wie es mit Recht der alte Grieche empfunden hat - allmählich verfinstert worden. Eine unendliche Vereinsamung und Zurückführung auf die menschliche Egoität wäre eingetreten in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Und der Mensch würde bei der Wiederverkörperung so in sein Leben hineingeboren werden, daß er zu einem krassen, zu einem furchtbaren Egoisten geworden wäre. So ist es daher mehr als eine bloß bildliche Redeweise, daß nach dem Ereignis von Golgatha, in dem Moment, als auf Golgatha das Blut aus den Wunden rann, der Christus in der jenseitigen Welt, in dem Schattenreiche erschien und Ahriman in Fesseln legte. Wenn auch der Einfluß Ahrimans blieb, und im Grunde auf ihn alle materialistische Denkweise der Menschen zurückzuführen ist, wenn auch dieser Einfluß nur dadurch paralysiert werden kann, daß die Menschen das Ereignis von Golgatha in sich aufnehmen, so ist doch dieses Ereignis das geworden, aus dem die Menschen Kraft saugen, um dadurch wieder hineinzukommen in die geistig-göttliche Welt.“ (Lit.: GA 107, S. 171)

Ahrimanische Kultur im Westen

In der Vergangenheit spielte Luzifer eine wichtige, der weisen Weltenlenkung entsprechende und heute immer noch nachwirkende Rolle bei der Entwicklung der Kultur. Eine ebenso wichtige Aufgabe kommt jetzt und in der weiteren Zukunft Ahriman zu. Dieses ahrimanische Element in die Kultur einzuführen, ist die Aufgabe des Westlichen Welt, namentlich Amerikas.

„Und im Westen finden wir nach der weisen Weltenlenkung überall die Seelen eingetaucht in das ahrimanische Element. Am stärksten finden wir das in Amerika. In Amerika besteht die Tendenz, eine Kultur zu entwickeln, die ganz untertaucht in das materialistische, das ahrimanische Element, die ganz durchsetzt wird - selbst da, wo nach Spiritualismus gestrebt wird - von rein materiellen Anschauungen. Selbst da, wo man nach Geistigem strebt, will man dort die Geister handgreiflich nach spiritistischer Art vor sich haben. Das wird immer stärker werden, und die Sehnsucht nach dem Handgreiflichen wird immer größer werden. Sie wird auch den Westen Europas nach und nach ergreifen. Da wird die Mission erfüllt werden, das ahrimanische Element einzuführen in die Kultur.“ (Lit.: GA 159, S. 236)

Schutz vor Ahriman

"Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:

Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!

Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden; das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker." (Lit.: GA 266c, S. 177)

In Rudolf Steiners Mysteriendrama „Die Prüfung der Seele“ spricht Maria ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im Geisterland gibt, in dem das Schwert gegen Ahriman geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus Verstandeskräften Wissen bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:

Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.
                                          (Lit.: GA 14, S. 265)

Die Erlösung Ahrimans

Luzifer kann durch die vom Egoismus befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein Wesen im Spiegel des menschlichen Denkens wiederfindet.

„Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman geschieht durch das Denken.“ (Lit.: GA 266c, S. 167)

und weiter

„Die Erlösung des Ahriman geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war das Wort...» und das achte Kapitel.“ (Lit.: GA 266c, S. 167)

In Rudolf Steiners viertem Mysteriendrama «Der Seelen Erwachen» weist Benedictus den Weg zur Erlösung Ahrimans:

Er strebt das Menschendenken zu verwirren,
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet.
                                     (Lit.: GA 14, S. 542f)

Den tieferen geistigen Hintergrund zum Schutz vor Ahriman und zu dessen Erlösung erläutert Rudolf Steiner anhand der Tantalus-Sage so:

„Es ist ein sehr, sehr häufiges Wort, das einem begegnet, wenn die Geisteswissenschaft an den oder jenen herankommt, das Wort: Begreifen kann ich diese Dinge nicht, bevor ich sie selber hellseherisch sehe. Ich nehme sie auf Treu und Glauben hin. - Ich habe oft betont: Vom richtigen Gesichtspunkte aus gesehen, ist die Sache doch nicht so. Die Menschen haben gegenwärtig dasjenige Maß von Intellekt, durch das alles, was gegeben wird, wirklich erkannt werden kann. Die ganze Geisteswissenschaft, wie sie gegeben ist, kann verstanden werden mit dem Maße von Intellekt, der gegenwärtig unter den Menschen ist. Gefunden kann sie damit nicht werden, aber verstanden werden kann sie. Und wie oft wird an diesen Intellekt appelliert, meine lieben Freunde. Er ist da, dieser Intellekt, er kann aufgebracht werden; und wer das nicht zugeben will, der irrt. Wenn dasjenige, was in der Geisteswissenschaft gegeben ist, so verarbeitet wird, daß der Intellekt auch angewendet wird, dann wird er in der richtigen Weise angewendet. Dann ist es ganz unmöglich, in einer unrechtmäßigen Weise in das ahrimanische Gebiet hineinzukommen. Man kann durch die Geisteswissenschaft, wie sie gegeben wird, nicht auf eine unrechtmäßige Weise in das ahrimanische Gebiet hineinkommen. Denn, es sind nur zwei Fälle möglich. Entweder die Menschen strengen sich an, sie zu verstehen, dann verwenden sie den Intellekt, der mißbraucht werden kann von den ahrimanischen Geistern, auf das Verständnis der Geisteswissenschaft, und dann kann er ihnen nicht entrissen werden. Ahriman kann machen, was er will: den Verstand, den die Menschen in der Gegenwart oder Zukunft anwenden auf das Studium der Geisteswissenschaft, den kriegt er nicht. Dessen können Sie sicher sein. Oder wenn die Menschen nicht darauf ausgehen, die Geisteswissenschaft zu verstehen, dann verwenden sie keinen Intellekt darauf, dann ist aber die Geisteswissenschaft nicht schuld an irgend etwas. Dann kann nur die Trägheit gegenüber der Geisteswissenschaft schuld sein.

Sie sehen, in welche Region von zerstörerischen Geistern man da hineinkommen kann. Das zeigt sich am besten, wenn man eine Seele beobachtet unmittelbar in dem Moment, wo sie durch die Pforte des Todes gegangen ist. In diesem Moment schwirren sie ganz besonders heran, diese geistigen Wesenheiten. Da sind sie in Fülle da, und es ist nicht zu verwundern, daß sie da sind, denn sie sind ja die Geister der Zerstörung. Ihre regelmäßige Tätigkeit ist es, daß sie an der Zerstörung der physischen Organisation arbeiten. Das gehört zu ihrem Handwerk. Sie dürfen nur nicht zu lange dableiben.

Die Menschen nun, welche geistiges Verständnis in sich aufgenommen haben, halten sich diese Wesenheiten vom Leibe. Aber viel Macht haben diese Geister über die materialistisch denkenden Seelen, über die Seelen, die sich kein Verständnis aneignen für die geistige Welt. Und viel leiden von Ahriman diejenigen Seelen, welche es im Leben verschmäht haben, sich geistiges Verständnis anzueignen. Die griechische Mythe hat dieses Verschmähen des Verständnisses der geistigen Welt sehr schön dargestellt in der Gestalt des Tantalus. Das ist derjenige, dem die Götter Speisen vorgesetzt haben, aber so, daß er sie nicht erreichen konnte, und dann zusahen, wie er dadurch Qualen auszustehen hatte.

Solche Tantalusse kann man heute viele sehen. Es sind dies alles materialistische Seelen, die sich kein Verständnis aneignen wollen für die geistige Welt. Das sind alles Tantalusse. Sie sind es in dem Sinne, als ihnen nach dem Tode während der Kamalokazeit, wenn sie ihre Lebenszeit durchgehen — rückwärts in einem Drittel, wie Sie wissen -, alles weggeschnappt wird. Dann haben sie überall, indem sie sehen, in was sie gelebt haben, das Gefühl: Wozu habe ich dies oder das getan? Sie sehen, da kommt gleich einer der zerstörenden Geister und schnappt es ihnen weg, so daß sie finden: Ich habe es eigentlich für nichts getan! - Es ist das natürlich eine Täuschung, aber sie leiden die Tantalusqualen, weil die Geister der Zerstörung in ihrer Nähe sind. Weil sie sich kein Verständnis erworben haben, können sie nicht sehen, daß allerdings unser ganzes Erdenleben von der Geburt bis zum Tode sinnlos wäre, wenn es nicht durchdrungen wäre von den Geistern der höheren Hierarchien. Aber diese Geister der höheren Hierarchien können sie nicht sehen beim Zurückleben, und so muß ihnen alles sinnlos erscheinen.“ (Lit.: GA 254, S. 185f)

Literatur

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Einzelnachweise

  1. In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die Asuras, die vom rechten Weg abgewichenen Geister der Persönlichkeit, als Geister der Finsternis bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.
  2. vgl. U. Hannemann: Das Zend-Avesta, S. 154 google
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