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Ukrainische Sprache

Aus AnthroWiki

Ukrainisch (im Ukrainischen українська (мова)/ukrajinska (mowa), wiss. Transliteration ukrajins’ka mova, früher auch Ruthenisch genannt) ist eine Sprache aus der ostslawischen Untergruppe des slawischen Zweigs der indogermanischen Sprachen.

Ukrainisch ist alleinige Amtssprache der Ukraine und wird dort von rund 32 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen.[1] Daneben gibt es Ukrainer und Nicht-Ukrainer, die es als Zweitsprache verwenden. Ukrainisch ist nach dem Russischen und Polnischen die slawische Sprache mit der dritthöchsten Sprecherzahl.

Ukrainisch wird mit einer Variante des kyrillischen Alphabets geschrieben.

Geschichte

Ukrainisch gehört zusammen mit dem Russischen und dem Weißrussischen zur ostslawischen Sprachgruppe.

Der Name „Rus“ für das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Ostslawen führte später bisweilen zu Verwechslungen, wo es mit Russland gleichgesetzt oder historisch unzutreffend so genannt wurde. So kam es beispielsweise zu den älteren Bezeichnungen „Großrussisch“ für Russisch und „Kleinrussisch“ (oder Ruthenisch) für Ukrainisch, die zusammen mit dem Weißrussischen und unter der Annahme einer Art gemein-„russischen“ Dachsprache auch unter vielen Sprachwissenschaftlern noch bis in die 1960er Jahre als Dialekte aufgefasst wurden.

In der ältesten Epoche (ungefähr bis zum 14. Jahrhundert) hatten alle Ostslawen eine gemeinsame Schriftsprache (Altostslawisch), in der mittleren (ca. 15. bis 18. Jahrhundert) benutzten die Vorfahren der heutigen Ukrainer und Weißrussen gemeinsam die ruthenische Sprache.

Verbreitung (Prozentzahl der Sprecher) der ukrainischen Sprache in den Gouvernements des Russischen Reiches nach der offiziellen Statistik 1897
Heutige Verbreitung (Prozentzahl der Muttersprachler) der ukrainischen Sprache in der Republik Ukraine nach der offiziellen Statistik 2001

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich neben dem bis dahin gebräuchlichen Kirchenslawischen eine aus der Volkssprache kommende ukrainische Schriftsprache und Literatur. Im 19. Jahrhundert erlebte die ukrainische Kultur und damit auch ihre Literatursprache eine Blütezeit; die Entwicklung konzentrierte sich weniger auf politische als auf wissenschaftliche Themen. Literaten wie Gogol bevorzugten Russisch.

Dennoch wurde 1876 aus Angst vor separatistischen Bestrebungen von Zar Alexander II. in Bad Ems auf Betreiben der zaristischen Zensurbehörde ein weitreichendes Verbot ukrainischsprachiger Publikationen ausgesprochen (Emser Erlass). Bis 1906 unterlagen ukrainische wissenschaftliche Publikationen, Lesungen, Ausstellungen und Konzerte diesem Diktat. Der bedeutendste ukrainische Dichter Taras Schewtschenko (1814–1861) wurde für seine Texte und Gedichte in die kasachische Verbannung geschickt.

Nach diesem Verbot konzentrierte sich das ganze literarisch-wissenschaftliche Leben in den Teilen des ukrainischen Sprachgebietes, die sich innerhalb der Grenzen Österreich-Ungarns befanden, hauptsächlich in Lemberg. Auch ostukrainische Schriftsteller druckten ihre Werke in galizisch-ukrainischen Veröffentlichungen, was die Bildung einer einheitlichen Schriftsprache förderte. Die in Österreich-Ungarn übliche Benennung für Ukrainisch war "Ruthenisch". Es war in Galizien und in der Bukowina auch Schul- und Amtssprache.[2]

In der Karpatoukraine und auf dem Gebiet Ungarns und der späteren Slowakei gab es bereits im 19. Jahrhundert Bestrebungen zu einer eigenen Schriftsprache, die zwar auch auf den örtlichen ukrainischen Dialekten beruhte, sich aber von der ukrainischen Standardsprache unterschied. Diese Bestrebungen haben ab dem Ende der 1980er Jahre wieder zugenommen, ihr Ergebnis war die Kodifikation der karpato-russinischen Sprache auf der Grundlage des Dialekts von Zemplin. Stärker abweichend ist die jugoslawo-russinische Sprache in der Vojvodina, die wegen Gemeinsamkeiten mit dem Slowakischen als Übergangsdialekt zwischen ostslawischer und westslawischer Sprachenfamilie betrachtet werden kann.

Mit der Gründung einer ukrainischen Volksrepublik 1918 wurde Ukrainisch erstmals zur Staatssprache, später auch in der Ukrainischen Sowjetrepublik. Während der Sowjetzeit war Ukrainisch also nicht verboten, jedoch dominierte die russische Sprache als Verkehrssprache alle wissenschaftlichen und literarischen Arbeiten sowie die Medien. Deshalb unterliegt die Umgangssprache bis heute starken russischen Einflüssen. Dies ist besonders dann bemerkbar, wenn ein Vergleich mit dem Wortschatz der starken ukrainischen Diaspora in Kanada vorgenommen wird: hier tauchen wesentlich weniger Begriffe russischen Ursprungs auf, während „kanadisch-ukrainische“ Wörter im einheimisch-ukrainischen Sprachgebrauch selten benutzt werden oder in der Umgangssprache veraltet und exotisch wirken.

Mit der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 wurde Ukrainisch zur alleinigen Amtssprache des neuen Staates, wenngleich Russisch in der Ukraine nach wie vor eine äußerst wichtige Rolle spielt. Es gab hierüber heftige Debatten, da auf dem Staatsgebiet der Ukraine einerseits ein signifikanter Teil der Bevölkerung Russen sind, andererseits auch viele Ukrainer, besonders im Osten des Landes, ausschließlich Russisch sprechen. Eine im ganzen Land verbreitete (seit der Unabhängigkeit mit fallender Tendenz), nur mündlich verwendete Mischform des Ukrainischen und Russischen ist der Surschyk.

Aufgrund dieser historischen Entwicklung ist die Sprache für viele Ukrainer bis heute ein hochpolitisches Thema, das immer wieder vehement diskutiert wird. Seit der Unabhängigkeit setzte eine Phase der Ukrainisierung ein, aber 2012 wurde der russischen Sprache in 13 der 27 Regionen des Landes wieder ein offizieller Status zugestanden.

Alphabet

Das heutige ukrainische Alphabet mit der wissenschaftlichen Transliteration und der deutschen Transkription:

Groß (HTML-Entity) Klein (HTML-Entity) wissenschaftliche
Transliteration
deutsche
Transkription
А (А) а (а) A a A a
Б (Б) б (б) B b B b
В (В) в (в) V v W w
Г (Г) г (г) H h H h
Ґ (Ґ) ґ (ґ) G g G g
Д (Д) д (д) D d D d
Е (Е) е (е) E e E e
Є (Є) є (є) Je je Je je
Ж (Ж) ж (ж) Ž ž Sch (Zh) sch (zh)
З (З) з (з) Z z S s
И (И) и (и) Y y Y y
І (І) і (і) I i I i
Ї (Ї) ї (ї) Ji ji Ji ji
Й (Й) й (й) J j J j
К (К) к (к) K k K k (statt ks auch x)
Л (Л) л (л) L l L l
М (М) м (м) M m M m
Н (Н) н (н) N n N n
О (О) о (о) O o O o
П (П) п (п) P p P p
Р (Р) р (р) R r R r
С (С) с (с) S s S s (zwischen Vokalen auch ss)
Т (Т) т (т) T t T t
У (У) у (у) U u U u
Ф (Ф) ф (ф) F f F f
Х (Х) х (х) Ch ch Ch ch
Ц (Ц) ц (ц) C c Z z
Ч (Ч) ч (ч) Č č Tsch tsch
Ш (Ш) ш (ш) Š š Sch sch
Щ (Щ) щ (щ) Šč šč Schtsch schtsch (Stsch stsch)
ь (ь) ’ bzw. j 1 (Weichheitszeichen) (–) bzw. j
Ю (Ю) ю (ю) Ju ju Ju ju
Я (Я) я (я) Ja ja Ja ja
’ (Apostroph) 2 (–)

Hinweise:
1 nur nach Konsonanten; ein Großbuchstabe existiert nicht; palatisiert den vorangehenden Konsonanten; „j“ vor „o“, sonst (im Auslaut und vor Konsonanten) „’“; in der Transkription „j“ vor „o“, sonst nicht wiedergegeben
2 nur zwischen Konsonanten und „j“ + Vokal; in der Transkription gewöhnlich nicht wiedergegeben

Siehe auch

Literatur

  • Svetlana Amir-Babenko, Franz Pfliegl: Praktische Kurzgrammatik der ukrainischen Sprache. Buske, Hamburg 2005, ISBN 3-87548-371-5
  • Svetlana Amir-Babenko: Lehrbuch der ukrainischen Sprache. Buske, Hamburg 2007, ISBN 978-3-87548-479-3
  • Ludmila Schubert: Ukrainisch für Anfänger und Fortgeschrittene. 2. überarb. Auflage, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-44705-766-0

Weblinks

 Wiktionary: Ukrainisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Ukrainische Sprache - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema
Commons: Ukrainische Aussprache - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema

Einzelnachweise

  1. http://www.ethnologue.com/language/ukr Ethnologue: Statistics SIL International
  2. Rudnyćkyj, Lehrbuch der ukrainischen Sprache, 3. verb. Aufl., Leipzig 1943, S. XIII
Dieser Artikel basiert auf einer für anthrowiki adaptierten Fassung des Artikels Ukrainische Sprache aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.