Naturreiche

Aus AnthroWiki

Die Naturreiche der Erde sind die vier obersten der insgesamt sieben Elementarreiche und bilden zusammen die äußerlich sichtbare Natur:

Das Menschenreich kann dabei in physischer Hinsicht (und nur in dieser) auch zum Tierreich gerechnet werden kann, wie schon Goethe erkannt hatte, weshalb man auch von drei irdischen Naturreichen sprechen kann. Während des irdischen Lebens zwischen Geburt und Tod lebt der Mensch in diesen Naturreichen, so wie er im Leben zwischen Tod und neuer Geburt in den geistigen Reichen der höheren Hierarchien lebt:

„Alles im Grunde genommen, was wir in unserer irdischen Umgebung haben, gehört den drei Naturreichen an: dem mineralischen oder dem pflanzlichen oder dem tierischen Reiche, oder eben dem physischen Menschenreich, das in dieser Beziehung auch zum Tierreich gerechnet werden kann. Der Mensch hat seine Sinne, und durch die Eindrücke seiner Sinne lebt er mit diesen Wesenheiten der drei Naturreiche zusammen. Dasjenige, was sich in seinem Fühlen entwickelt, das bezieht sich zunächst zwischen Geburt und Tod, insofern es durch Erleben mit der Umgebung gewonnen wird, auch auf diese drei Naturreiche; ebenso das, was aus dem Willen kommt, das menschliche Handeln. Der Mensch lebt also zwischen der Geburt und dem Tode eingewoben in dasjenige, was ihm seine Sinne geben aus den drei Naturreichen heraus.

So lebt der Mensch in der angedeuteten Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt innerhalb, man könnte sagen, der höheren Reiche, innerhalb der Wesenheiten der höheren Hierarchien. Und dieses Zusammenleben mit den Wesen der höheren Hierarchien ist eigentlich ein Tun, eine fortwährende Tätigkeit. Wir haben gesehen, daß der Geistkeim des physischen Leibes im Zusammenarbeiten mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien zustande kommt. Hier auf der Erde fühlen wir uns, indem wir die Dinge wahrnehmen, oder indem wir unsere Handlungen innerhalb der Dinge der drei Naturreiche verrichten, außerhalb der andern Wesen. Zwischen dem Tode und einer neuen Geburt gibt es einen Zustand, durch den wir uns ganz innerhalb dieser Wesenheiten der höheren Hierarchien befinden. Wir sind an diese Wesen hingegeben.“ (Lit.: GA 219, S. 59f)

Betrachtet man das Geistig-Seelische des Menschen, so ist er ursprünglicher als die äußerlich in Erscheinung tretenden Naturreiche. Diese sind vielmehr dadurch entstanden, dass sie der Mensch aus seinem Wesen in physischer Gestalt aus sich herausgesetzt hat, lange bevor er sich selbst in seiner physischen Gestalt auf Erden inkarnierte.

„Wenn man da auf den Menschen selbst sieht, auf den ganzen Menschen, auf das Geistig-Seelische im Menschen, und die Entwicklung zurückverfolgt, kommt man zu einer urfernen Vergangenheit, in der der Mensch schon erscheint; er ist schon vorhanden, bevor noch die anderen Wesen, die ihn heute in den drei Naturreichen umgeben, entstanden sind. [Diese erweisen sich als eine Art von abfallenden Seitenströmungen, sozusagen Abströmungen von der großen Entwicklungslinie: Der Mensch ist das Ursprüngliche, er ist zuerst da, aber als geistiges Wesen, und indem er sich weiterentwickelt, stößt er gleichsam von seiner Unterströmung die anderen Naturreiche ab.] Man kann ein Bild wählen für diese Entwicklung. Nehmen wir an, wir haben in einem Glas eine Flüssigkeit, vermischt mit etwas, was sich rein erhalten kann. Das Feinere der Flüssigkeit bleibt oben, das Gröbere setzt sich nach unten ab, wir haben also oben das Feine, unten das Feste.

So gelangen wir in der geistigen Wissenschaft zu dem Ursprung zurück, in dem der Mensch vorhanden ist als geistig-seelisches Wesen; er entwickelt sich in seinem Geistesleben zu reineren Formen, die eben in seiner späteren Mission liegen und die [verglichen mit] dem Ursprünglichen eine feinere Ausgestaltung seines Seelenwesens bedeuten. Er muss, damit dieses abstrakte Seelische rein herauskommen kann, die anderen Naturreiche absondern: Diese sind gleichsam da, um für den Menschen die Grundlage zu seiner höheren Entwicklung zu geben.“ (Lit.: GA 69c, S. 295f)

Literatur

Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com.
Freie Werkausgaben gibt es auf steiner.wiki, bdn-steiner.ru, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.