Elija

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Elias wird vom Raben ernährt (Gillis van Coninxloo, Ende 16. Jahrhundert)

Elija (auch Elia; Ilia; Elias; Elijah; hebr. אליהו „Mein Gott ist JHWH“) war ein biblischer Prophet, der in der Zeit der Könige Ahab und Ahasja im 2. Viertel des 9. Jh.s v. Chr. im Nordreich Israel wirkte. Sein Name bedeutet „Mein Gott ist der Herr (Jahwe)”. Rudolf Steiner gibt dazu noch eine weitergehende Deutung: „«Elias» heißt - ja es ist schwer, das Wort im Deutschen auszudrücken — die weisende Kraft, das, was die Richtung, den Impuls gibt.“ (Lit.: GA 104, S. 184f) Er repräsentiert die geistige Stärke, ein Erbe der alten Sonnenentwicklung, und ist neben der vom alten Mond stammenden Weisheit eine der beiden tragenden Säulen der Erdentwicklung (→ Boas).

Der Koran kennt Elija unter dem Namen Ilyas. Das Wirken Elijas ist Thema des Oratoriums „Elias” von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Der Bibelbericht (1. Könige 17 bis 2. Könige 2)

Ikone des Propheten Elija aus der Zeit um 1200 im Katharinenkloster im Sinai
Isebel und Ahab treffen Elija, Bild von Sir Francis Dicksee (1853–1928)
Die Königreiche von Israel um 830 v. Chr.

Nach dem Buch der Könige stammt Elija aus Tischbe[1] im Ostjordanland. Er wird zudem als Tischbiter bezeichnet, das heißt, er gehört zu den Israeliten ohne Grundbesitz (vgl. Albertz, Religionsgeschichte). Im 9. Jahrhundert entwickelte sich das Großgrundbesitztum in Israel. Elija gehörte zu den ersten Benachteiligten. Der Bibelbericht erwähnt ihn zum ersten Mal, als Jahwe das Land mit einer Dürre belegt, die zuvor von Elija angekündigt wird. Da das Nordisraelitische Königreich zu diesem Zeitpunkt dem Baal von Tyros dient (auch Melkart genannt, Sohn des El), ist dies eine Kampfansage an diesen Gott, da Melkart unter anderem als Herrscher über Regen und Fruchtbarkeit galt. Insgesamt dauerte die Dürre drei Jahre und sechs Monate. Elija selbst wandert in das Wildbachtal Kerith, das östlich des Jordan liegt. Hier wird er auf wundersame Weise durch Raben ernährt.

„1 Elija aus Tischbe in Gilead sprach zu Ahab: So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe: in diesen Jahren sollen weder Tau noch Regen fallen, es sei denn auf mein Wort hin. 2 Danach erging das Wort des HERRN an Elija: 3 Geh weg von hier, wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Kerit östlich des Jordan! 4 Aus dem Bach sollst du trinken und den Raben habe ich befohlen, dass sie dich dort ernähren. 5 Elija ging weg und tat, was der HERR befohlen hatte; er begab sich zum Bach Kerit östlich des Jordan und ließ sich dort nieder. 6 Die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und ebenso Brot und Fleisch am Abend und er trank aus dem Bach. 7 Nach einiger Zeit aber vertrocknete der Bach; denn es fiel kein Regen im Land.“

1 Könige 17,1-7 LUT

Die Dürre erreicht das Wildbachtal Kerith und Elija wandert nach Zarephath („Sarepta, das zu Sidon gehört“, 1 Kön 17,9 LUT, welches außerhalb Israels im heutigen Libanon liegt. Elija kehrt bei einer Witwe ein, die ihre letzte Ration Mehl und Öl zubereitet. Elija wird bewirtet und durch Gottes Segen wird der Vorrat immer wieder aufgestockt. Während der Zeit bei der Witwe stirbt ihr Sohn. Durch ein Wunder erweckt Elija diesen Sohn von den Toten auf. 1 Kön 17,8-24 LUT

„17 Und nach diesen Geschichten wurde der Sohn dieser Frau, seiner Hauswirtin, krank, und seine Krankheit wurde so schwer, dass kein Odem mehr in ihm blieb. 18 Und sie sprach zu Elia: Was hab ich mit dir zu schaffen, du Mann Gottes? Du bist zu mir gekommen, dass meiner Sünde gedacht und mein Sohn getötet würde. 19 Er sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn von ihrem Schoß und ging hinauf ins Obergemach, wo er wohnte, und legte ihn auf sein Bett 20 und rief den HERRN an und sprach: HERR, mein Gott, tust du sogar der Witwe, bei der ich ein Gast bin, so Übles an, dass du ihren Sohn tötest? 21 Und er legte sich auf das Kind drei Mal und rief den HERRN an und sprach: HERR, mein Gott, lass das Leben in dies Kind zurückkehren! 22 Und der HERR erhörte die Stimme Elias, und das Leben kehrte in das Kind zurück, und es wurde wieder lebendig. 23 Und Elia nahm das Kind und brachte es hinab vom Obergemach ins Haus und gab es seiner Mutter und sprach: Siehe, dein Sohn lebt! 24 Und die Frau sprach zu Elia: Nun erkenne ich, dass du ein Mann Gottes bist, und des HERRN Wort in deinem Munde ist Wahrheit.“

1 Könige 17,17-24 LUT

König Ahab lässt überall nach dem Propheten suchen und will Elija umbringen. Schließlich wird Elija angewiesen, sich Ahab zu zeigen. Es stellt sich heraus, dass jeder den jeweils anderen für die Dürre verantwortlich machte.

„Und als Ahab Elia sah, sprach Ahab zu ihm: Bist du nun da, der Israel ins Unglück stürzt? Er aber sprach: Nicht ich stürze Israel ins Unglück, sondern du und deines Vaters Haus dadurch, daß ihr des HERRN Gebote verlassen habt und wandelt den Baalen nach.“

1 Könige 18,17-19 LUT

Es kommt zur Machtprobe auf dem Berg Karmel (hebr. כַּרְמֶל‎, abgeleitet von kerem 'el, „Weinberg Gottes“; arab. جبل الكرمل‎ Dschabal al-Karmil). Elija lässt durch Ahab die 450 Baalspropheten und die 400 Propheten des Heiligen Pfahls der Aschera versammeln. Ein Stier soll mit Feuer verzehrt werden, jedoch soll der Gott der jeweiligen Propheten dieses Feuer entfachen. Elija schlägt diese Probe vor, und das Volk ist damit einverstanden. Er sagt: „Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der wahre Gott.“ Die Propheten beten bis zum Mittag, schneiden sogar nach ihren Ritualen ins eigene Fleisch. Elija verspottet sie und das bringt sie in noch größere Raserei. Elija sagt:

„Ruft lauter! Er ist doch Gott. Er könnte beschäftigt sein, könnte beiseite gegangen oder verreist sein. Vielleicht schläft er und wacht dann auf.“

1 Könige 18,27 LUT

Elija selber lässt das Opfer mit sehr viel Wasser übergießen, er füllt den Graben des Altars mit Wasser (welcher immerhin eine Fläche von 32 m² einschließt). Elija betet einmal zu Jahwe, und Feuer vom Himmel verzehrt das ganze Opfer mitsamt dem Wasser im Graben. Das Volk erkennt nun, dass die Baalspropheten nichts als Scharlatane sind und töten alle 450 Baalspropheten im Wildbachtal Kidron. Daraufhin setzt der Regenguss wieder ein und die Dürre ist beendet. Die vierhundert Propheten der Aschera, die vom Tisch Isebels essen 1 Kön 18,19 EU werden an dieser Stelle nicht mehr erwähnt.

Elija muss nach dieser „Machtprobe” aus Israel fliehen, da die Königin Isebel ihn hinrichten will. Er flieht nach Beerscheba im Süden Judas und dann weiter voller Verzweiflung in die Wildnis. Ein Engel bittet ihn zum Berg Horeb auf der Halbinsel Sinai zu reisen. Jahwe ermuntert ihn hier durch eine Machtdemonstration und durch die Mitteilung, dass es in Israel 7000 Anbeter Jahwes gibt, die nicht Baal dienen. Jahwe schickt ihn zurück und er soll drei Männer salben, um eine spezielle Aufgabe für Jahwe zu tun: Hasael soll König von Syrien werden, Jehu König von Israel und Elisa der Nachfolger von Elija.

Nachdem Elija diese Aufgaben ausgeführt hat, begegnet er seinem Erzfeind König Ahab noch einmal und prophezeit seinen Tod. Ahab hatte sich mit Hilfe seiner Frau Isebel an dem von ihm begehrten Weinberg Nabots, eines einfachen Israeliten, vergriffen und diesen töten lassen. 1 Kön 21,1-29 LUT. König Ahab stirbt drei Jahre danach. 1 Kön 22,29-40 LUT Königin Isebel soll dasselbe Schicksal erleiden und wird 15 Jahre später durch König Jehu hingerichtet. Der Sohn Ahabs, Ahasja, wird durch einen Unfall verletzt und befragt Baal-Sebub, den Gott von Ekron über sein Schicksal. Daraufhin beauftragt Jahwe Elija, Ahasja mitzuteilen, dass er sterben wird, weil er sich an einen fremden Gott und nicht an Jahwe, den Gott für Israel, gewendet hat. Ahasja will ihn daraufhin gefangennehmen und sendet eine militärische Einheit von 50 Mann. Diese und noch eine weitere wird von Gott durch Feuer vernichtet. Erst die dritte Einheit darf am Leben bleiben, weil der Hauptmann Elija um sein Leben anfleht.

Interessanterweise erklärt der Bibelbericht, dass Elija in einem feurigen Wagen mit feurigen Rossen „gen Himmel” entrückt wird 2 Kön 2,1–18 EU. Einige rationalisierende Interpreten vermuten, das Elija nur weggenommen wurde, aber nicht starb oder im Himmel war. Indizien hierfür seien, dass sein Nachfolger Elischa nicht um ihn trauert und dass er dem König Joram von Juda einen Brief schreibt, in dem eine Gerichtsbotschaft beschrieben wird. Er hätte lediglich seinen Tätigkeitsbereich gewechselt.

Elija, der nach Mose als der zweitwichtigste Prophet gilt, sollte nach alttestamentlicher Vorstellung wiederkommen, um als letzter Prophet vor dem Ende zur Umkehr zu rufen Mal 3,23 EU. Erst in christlicher Deutung wird er als Vorbereiter des Messias angenommen. Im Christentum gilt daher Johannes der Täufer als verkörpertes Wiederkommen des Elija. Jesus von Nazareth nahm darauf Bezug Mt 17,11 EU. Einige von Jesu Wundertaten entsprachen denen des Vorgängers Elija (Totenerweckung Lk 7,11 EU). Im Judentum spielt die Erwartung seiner Wiederkehr heutzutage noch eine gewisse Rolle. Elija gilt im Judentum allerdings vor allem als Symbol für Standhaftigkeit in Zeiten von Unterdrückung und Götzenanbetung. Siehe dazu auch Isaak Luria.

Elias, der Geist des althebräischen Volkes

„In dieser Zeit hörte man in jenen Gegenden in der mannigfaltigsten Weise, daß es einen großen bedeutenden Geist gäbe. Das war der Geist, der eben in der biblischen Urkunde den Namen Elias trägt. Die wenigsten Menschen, die sozusagen draußen in der Welt lebten, wußten eigentlich weder, wo diese Persönlichkeit zu suchen sei, welche diesen Namen Elias trug, noch wie diese Persönlichkeit gerade stark auf die Zeitgenossen wirkte. Man könnte etwa das, was da war, so charakterisieren, daß in weitesten Kreisen der Name dieser Persönlichkeit und der Hinweis auf sie mit gewissen Schauergefühlen genannt wurden, so daß man wußte, es steckt etwas Bedeutendes in und hinter diesem Geiste. Aber wie das nun in der Welt wirkte, und wo man es zu suchen hatte, das wußte man nicht rechte davon hatte man nicht recht eine Ahnung. Nur einzelne Persönlichkeiten, die man die eingeweihten Schüler dieses Geistes nennen kann, wußten, wie es eigentlich um die Sache stand, wußten auch in der physischen Welt, in der äußeren Wirklichkeit den Mann zu finden, welcher der Träger dieses Geistes war. Der König Ahab wußte es nicht. Aber er hatte eine ganz besondere Angst, eine Art von besonderem Schauergefühl, wenn auf diese Persönlichkeit hingedeutet wurde.“ (Lit.:GA 61, S. 197f)

„Wir lesen in der Bibel, daß Elias gleichsam herausfordert die ganze Gefolgschaft und das ganze Volk des Königs Ahab, unter dem er lebt, daß er den Baalspriestern, seinen Gegnern, sich selbst gegenüberstellt; daß er gleichsam zwei Altäre einrichtet, die Baalspriester ihr Opfertier darauf legen läßt, darnach auf seinen Altar sein Opfertier legt und dann zeigt, wie nichtig alles das ist, was über die Baalspriester von seiner Gegnerschaft gesagt wird, weil nichts sich zeigt von spiritueller Größe bei dem Baalsgotte, während sich die Größe und Bedeutung des Jahve oder Jehova sogleich an dem Opfer des Elias zeigt. Es ist ein Sieg, den Elias gewinnt über die Anhänger des Baal. Dann wird merkwürdigerweise erzählt, wie Ahab einen Nachbarn hat, Naboth, der einen Weinberg besitzt, wie Ahab, der König, diesen Weinberg gewinnen will, Naboth sich ihn aber nicht abdingen läßt, weil er ihm heilig ist als das Erbe seiner Väter. Nun finden wir zwei Tatsachen in der Bibel. Auf der einen Seite wird uns erzählt, daß Isebel, die Königin, die Feindin wird des Elias und erklärt, daß sie dafür sorgen werde, daß Elias ebenso getötet werde, wie durch seinen Sieg auf dem Altar seine Gegner, die Baalspriester, getötet worden sind. Aber so, wie es die Bibel uns erzählt, tritt dieser Tod durch die Isebel nicht ein; dagegen tritt etwas anderes ein. Naboth, der Nachbar des Königs, wird zu einer Art von Bußfest berufen, zu dem die anderen Vornehmen des Staates berufen werden, und gelegentlich dieses Bußfestes wird er ermordet auf Anstiften der Isebel (1 Kön 18-21 LUT).

So können wir sagen: Die Bibel scheint zu erzählen, daß Naboth durch die Isebel ermordet wird; aber Isebel kündigt gar nicht an, daß sie Naboth, sondern daß sie Elias ermorden will. Also diese Dinge stimmen gar nicht zusammen. Da setzt nun die okkulte Forschung ein und zeigt, was der Tatbestand ist: daß wir es in Elias zu tun haben mit einem umfassenden Geiste, der gleichsam unsichtbar im Lande des Ahab umgeht, daß aber dieser Geist zuzeiten seinen Einzug hält in die Seele des Naboth, gleichsam die Seele des Naboth durchdringt, so daß Naboth die physische Persönlichkeit des Elias ist, und daß wir, wenn wir von der Persönlichkeit des Naboth zu sprechen haben, von der physischen Persönlichkeit des Elias sprechen. Elias ist die unsichtbare Gestalt im Sinne der Bibel, Naboth sein sichtbarer Abdruck in der physischen Welt. Das alles habe ich in dem Vortrage «Der Prophet Elias im Lichte der Geisteswissenschaft» ausführlich dargestellt. Wenn wir uns aber auf den ganzen Geist des Elias-Werkes einlassen und wenn wir den ganzen Geist des Elias, wie er uns in der Bibel dargestellt ist, auf unsere Seele wirken lassen, so können wir sagen: In Elias tritt uns überhaupt zugleich der Geist des ganzen althebräischen Volkes entgegen. Alles, was das ganze althebräische Volk belebt und durchwebt, ist in dem Geiste des Elias enthalten. Wie den Volksgeist des althebräischen Volkes können wir ihn ansprechen. Er ist zu groß - das zeigt uns gerade die geisteswissenschaftliche Forschung -, um völlig wohnen zu können in der Seele seiner irdischen Gestalt, in der Seele des Naboth. Er umschwebt sie gleichsam wie in einer Wolke, aber er ist nicht nur in Naboth, sondern er geht herum wie ein Naturelement in dem ganzen Lande und wirkt in Regen und Sonnenschein. Das tritt ja deutlich zutage, wenn wir die ganze Beschreibung nehmen, die gleich damit beginnt, daß Trockenheit und Dürre herrscht, wie aber durch dasjenige, was Elias in dem Verhältnis zu den göttlichgeistigen Welten anordnet, der Trockenheit und Dürre und allem, was damals Not des Landes war, Abhilfe geschaffen wird. Wie ein Naturelement, wie ein Naturgesetz selber wirkt er. Und man möchte sagen : Man lernt, was in dem Geist des Elias wirkt, am besten dadurch kennen, daß man den 104. Psalm auf sich wirken läßt mit der ganzen Beschreibung des Jahve oder Jehova als der Naturgottheit, die durch alles hindurchwirkt. Nun ist Elias selbstverständlich nicht mit dieser Gottheit selbst zu identifizieren; er ist das irdische Abbild dieser Gottheit, er ist jenes irdische Abbild, das zugleich die Volksseele des althebräischen Volkes ist. Eine Art differenzierter Jehova, eine Art irdischer Jehova, oder - wie man es im Alten Testament ausdrückt - wie das Antlitz des Jehova ist dieser Geist des Elias.“ (Lit.:GA 139, S. 49ff)

Frühere und spätere Inkarnationen

Phinehas erschlägt Zimri und die Midianiterin Kosbi von Joos van Winghe (zwischen 1570 und 1603)
El Greco, Johannes der Täufer, um 1600
Novalis um 1799, Porträt von Franz Gareis

Nach Rudolf Steiner war Elias zuvor als Pinchas ben Eleasar (hebr. פִּֽינְחָס֙ בֶּן־ אֶלְעָזָ֔ר, auch Pinhas oder Pinehas) aus dem Stamm Levi inkarniert. Er wird im 4. Buch Mose erwähnt und war der Sohn des Eleasar und der Enkel des Hohepriesters Aaron, dem ältesten Bruder Moses. Während die Israeliten bei Schittim im Jordantal nahe Jericho lagerten, ließen sie sich mit den Töchtern der Moabiter ein, die sie verführten dem Baal zu opfern, was den Zorn Jahves erregte. Um Jahve zu besänftigen, durchbohrte Pinchas im "Eifer" den Israeliten Zimri und seine midianitische Gespielin Kosbi beim Liebesakt mit einem Speer.

Nach seiner Inkarnation als der Prophet Elias wurde er als Johannes der Täufer wiedergeboren, wie auch aus dem Neuen Testament sehr deutlich hervorgeht.

„Und diese Geheimlehre und die neuere okkulte Forschung sagen da, dass in des Pinehas Leibe dieselbe Seele lebte, die später in Elias vorhanden war. Damit haben wir eine fortlaufende Linie, die wir ja für gewisse Punkte schon bezeichnet haben. In dem Enkel des Aaron haben wir die Seele, auf die es uns ankommt; da wirkt sie, in Pinehas. Wir haben sie dann wieder in Elias-Naboth, dann in Johannes dem Täufer, und wir wissen ja, wie sie danach ihren weiteren Weg durch die Menschheitsevolution macht.“ (Lit.:GA 139, S. 155f)

„Wenn wir diesen Zusammenhang betrachten, erscheint uns erst der Geist des Elias im rechten Lichte, der auch in Johannes dem Täufer wirkte. Dann erscheint uns die Sache so, daß wir in Elias haben den Geist des jüdischen Volkes, den Geist des alttestamentlichen Volkes. Was war das für ein Geist? Er war schon in einer gewissen Weise der Geist des Ich; aber er trat nicht auf als der Geist des einzelnen Menschen, sondern er trat bei Elias auf als der Geist des gesamten Volkes. Er war der undifferenzierte Geist. Was später in einem einzelnen Menschen wohnen sollte, das war gleichsam bei Elias noch die Gruppenseele des althebräischen Volkes. Es war noch in den übersinnkchen Welten, was als die individuelle Seele herabsteigen sollte in jede einzelne Menschenbrust, als die Johanneische Zeit herankam. Das war noch nicht in jedes Menschen Brust. Das konnte in Elias noch nicht so leben, daß es hineinstieg in die einzelne Persönkchkeit des Naboth, sondern nur'so, daß es umschwebte die einzelne Persönlichkeit des Naboth. Es manifestierte sich bei Elias-Naboth nur genauer, als es sich im Grunde genommen in jedem einzelnen Angehörigen des althebräischen Volkes manifestierte. Daß dieser Geist, der gleichsam über den Menschen und ihrer Geschichte schwebte, nun immer mehr und mehr einziehen sollte in jede einzelne individuelle Brust, das war die große Tatsache, die nun Elias-Johannes selber ankündigte, indem er gleichsam sagte, die Leute taufend : Was bisher nur in der übersinnkchen Welt war und aus dieser heraus wirkte, das müßt ihr jetzt in eure Seelen aufnehmen als die Impulse, die aus den Reichen der Himmel bis ins menschkche Herz gekommen sind. - Der Geist des Elias zeigt selber, wie er nun vervielfältigt einziehen muß in die menschkchen Herzen, damit die Menschen nach und nach den Impuls des Christus im Laufe der Weltgeschichte aufnehmen können. Das war der Sinn der Johannes-Taufe, daß Elias bereit war, den Platz zu bereiten für den Christus. Das war enthalten in der Tat der Johannes-Taufe im Jordan. «Ich will ihm Platz machen, ich will ihm den Weg bereiten in den Herzen der Menschen; ich will nicht mehr bloß über den Menschen schweben, sondern in die menschkchen Herzen einziehen, damit auch er einziehen kann.»“ (Lit.:GA 139, S. 53)

Weitere Inkarnationen sind nach Rudolf Steiner der Renaissancemaler Raffael und der Dichter Novalis. Es handelt sich um die von Rudolf Steiner wohl am gründlichsten untersuchte Reinkarnationslinie, über die er auch immer wieder ausführlich gesprochen hat.

„Es ist das eine außerordentlich interessante Inkarnationenfolge. Da sehen wir, wie in Elias auftaucht das prophetische Element, denn die Hebräer hatten die Mission, vorzubereiten dasjenige, was später kommen sollte. Und sie bereiteten es vor in dem Übergang von ihren Patriarchen zu den Propheten, durch die Gestalt des Moses hindurchgehend. Während wir in Abraham noch sehen, wie der Hebräer das Nachwirken des Gottes in sich, in seinem Blute fühlt, sehen wir bei Elias den Übergang zur Entrückung in die spirituellen Welten. Alles bereitet sich nach und nach vor. In Elias lebt eine Individualität, die sich in den alten Zeiten schon erfüllt mit dem, was da in der Zukunft kommen soll. Und dann sehen wir, wie diese Individualität ein Werkzeug sein soll, um vorzubereiten das Verständnis für den Christus-Impuls. Wir sehen, wie die Individualität des Elias in Johannes dem Täufer wiedergeboren wird; dieser ist das Werkzeug für ein Höheres. Es lebt in ihm eine Individualität, die Johannes den Täufer zum Werkzeuge macht; aber notwendig war die hohe Individualität des Elias, um dann als solches Instrument zu dienen. Wir sehen dann später, wie diese Individualität geeignet ist, das, was in die Zukunft hineinwirken soll, in Formen zu gießen, welche nur möglich waren unter dem Einflüsse des vierten nachatlantischen Kulturzeitraumes. So taucht denn diese Individualität, so merkwürdig uns das erscheint, in Raffael wieder auf und verbindet das, was als christlicher Impuls für alle Zeiten wirken soll, mit den wunderbaren Formen des Griechentums in der Malerei. Und da können wir erkennen, wie sich das individuelle Karma dieser Entelechie verhält zu der äußeren Inkarnation. Für die äußere Inkarnation wird verlangt, daß eine Zeitenmacht in Raffael sich aussprechen kann; für diese Zeitenmacht ist die Elias-Johannes-Individualität die geeignete. Aber die Zeit kann nur einen physischen Leib hergeben, der unter solcher Macht zerbrechlich sein muß; daher stirbt er so früh.

Die andere Seite ihres Wesens muß diese Individualität ausprägen in einer Zeit, wo schon wieder die einzelnen Strömungen auseinanderfallen, da taucht sie wieder auf als Novalis. Da sehen wir, wie in diesem Novalis wirklich schon alles das in einer eigenartigen Gestalt lebt, was uns jetzt durch die Geisteswissenschaft gegeben wird. Denn so treffende Aussprüche über das Verhältnis des astralischen zum ätherischen und physischen Leib, von Wachsein und Schlafen, sind außerhalb der Geisteswissenschaft von keinem gegeben worden als von Novalis, dem wiederauferstandenen Raffael.“ (Lit.:GA 126, S. 110f)

Literatur

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Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lehnart, Bernhard, Artikel: Tischbe, in: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (www.wibilex.de), 2014
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